Therapiehunde

Therapiehundeausbildung

In den Medien wird immer häufiger über tiergestützte Therapie berichtet. Die Wirkungsweise ist bis heute nicht wissenschaftlich erwiesen, aber jeder, der mit seinem Tier am Menschen arbeitet, sieht große Erfolge.

Gerade in der Kommunikation mit Menschen, die eine Behinderung haben, von einer Behinderung bedroht oder krank sind, kann ein Hund in der Therapie sehr hilfreich sein.Allein die Anwesenheit des Tieres gibt Anlass für Gespräche.Häufig haben diese Personen Scheu vor Anderen, sie könnten verlacht oder verstoßen werden.Einem Hund ist es gleich, wie ein Mensch spricht, aussieht oder sich bewegt.Durch die Beschäftigung mit einem Hund werden Endorphine (Glückshormone) freigesetzt.Dies hat die Wirkung, dass sich der Patient glücklicher fühlt, dabei seine Schmerzen vergisst.Das Stresshormon Kortisol wird verringert, der Stressabbau wird gefördert.

Der Hund wirkt motivierend, wenn er z.B. einen Ball bringt, spielen will, da strengt sich so mancher mehr an, den Ball zu werfen. Somit wird die Motorik in Gang gebracht, die Kraftdosierung und die Koordination können dabei leicht geübt werden. Auf die seelische Befindlichkeit hat ein Hund häufig schon seine Wirkung gezeigt. Er vermittelt Geborgenheit und Freude. Durch die hohe Akzeptanz des Hundes kann das Selbstwertgefühl des Patienten gesteigert werden.

Außerdem fördert die Arbeit mit einem Hund des Erlernen von Empathie (sich in andere hineinversetzen können).

Nach einer Studie der Universität Bonn werden Tiere als eine wirksame Prävention (Vorbeugung) vor allem in Verbindung mit Herz- Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, psychosomatische Erkrankungen, kindliche Verhaltens- und Entwicklungsstörungen, Neurosen und Psychosen empfohlen.

Der Hund soll als Co-Therapeut gelten. Damit eine Therapie Erfolg haben kann, muss der Therapeut sich komplett auf den Patienten konzentrieren, deshalb ist er darauf angewiesen, dass er sich auf seinen Hund verlassen kann.Um dies zu gewährleisten, ist eine fundierte Ausbildung wichtig. Inhalte sind:

Anatomie des Hundes

  • Physiologie des Hundes
  • Psychologie des Hundes
  • Entwicklung des Hundes
  • Kommunikationssignale erkennen und verstehen
  • Erziehung, mit positiver Verstärkung und Clickertraining
  • Erste Hilfe am Hund
  • Stressabbau für den Hund
  • Bei welchen Personengruppen ist der Einsatz eines Therapiehundes möglich und sinnvoll
  • Hygiene
  • Wie kann der Einsatz erfolgen

Grenzen beim Einsatz von tiergestützter Therapie:

  • keine / zu wenig Erfahrung im Umgang mit dem eigenen Therapiebegleithund
  • Extreme Angstzustände
  • Ansteckende Krankheiten ( z.B. Hepatitis, Bluterkrankheit)
  • Unkontrollierbare Aggression des Patienten
  • Stresszeichen / Krankheit des Hundes
  • Stresszeichen / Krankheit des Therapeuten
  • Stresszeichen / Krankheit des Patienten
  • Unstimmigkeiten in der Kommunikation und Aufmerksamkeit des Therapiebegleithunde-Teams

Vorsichtsmaßnahmen bzw. allgemeine Hygiene:

  • Hund und Hundeführer sollten gesund sein, wenn sie zum Einsatz gehen
  • regelmäßige Entwurmung
  • jährliche Impfung
  • regelmäßige Fellpflege oder nach Spaziergängen auf Parasitenbefall achten
  • jährlichen umfassender Gesundheits-Check durch den Tierarzt
  • guter Ernährungszustand
  • genaues Beobachten des Hundes
  • Vermeiden von Verletzungen durch den Hund